   
Jahresthema 2012 Wie werden wir morgen leben?

Die Aussage, dass das Leben mit Veränderungen und Krisen verbunden ist, stellt fast einen Allgemeinplatz dar. Sie ist dennoch richtig. Es gibt jedoch historische Phasen, in denen sich Umbrüche besonders zu häufen scheinen und im Nachhinein voraussichtlich historische Wendepunkte markiert werden können. Eine solche Häufung von Umbrüchen und Wendepunkten erleben wir gegenwärtig. Unsere Zeit ist deshalb in vieler Hinsicht durch ein hohes Maß an Unübersichtlichkeit geprägt. Viele von uns empfinden den Verlust alter Sicherheiten. Besonders offensichtlich betrifft dies die wirtschaftlichen Grundlagen unserer Existenz. Nach mehreren krisenhaften Pendelschlägen nach der Jahrtausendwende gelingt es der Politik kaum noch, die europäischen Volkswirtschaften aus der Verklammerung von Finanzmarktinstabilität und Staatsschuldenkrise zu lösen. Die öffentlich verkündeten Entscheidungen führen zu keiner anhaltenden Beruhigung, auf die unsere Realwirtschaften angewiesen sind. Gleichzeitig erscheint inzwischen die Idee der europäischen Einigung zunehmend sinnentleert und auf ökonomische und Finanzfragen reduziert.
Gleichzeitig häufen sich die Indizien, dass Wirtschaft und Bevölkerung sich in der Welt auf „Grenzen des Wachstums“ zubewegen und wir zu verträglicheren Lebens- und Wirtschaftskonzepten kommen sollten. Bei Eintritt von Katastrophen können ein Sinneswandel und ein hierauf folgender Politikwechsel manchmal abrupt eintreten. Der beschleunigte Ausstieg aus der Kernenergie nach Fukushima demonstriert dies. Nicht zuletzt dieses Ereignis und seine Wirkungen zeigen, dass wir Teil einer immer enger vernetzten Welt sind. Dies betrifft Information und Kommunikation, aber auch die politische, kulturelle und militärische Ebene. An die Stelle der früheren bipolaren Welt des Ost-West-Konflikts treten mit dem schnellen Aufstieg Asiens und dem Bedeutungszuwachs der arabisch-islamischen Welt neue Gewichtsverteilungen. Die Suche nach der künftigen Friedensordnung gewinnt für uns existenzielle Bedeutung.
Mit der künftigen Form unseres Wirtschaftens ist das Schicksal des inneren Zusammenhalts unserer Gesellschaft eng verbunden. Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ermöglicht Allen den Zugang zur Existenzsicherung durch Arbeit. Andauernde Arbeitslosigkeit und der bevorstehende harte demografische Wandel führen die Gesellschaft und unseren Sozialstaat in immer schwierigeres Fahrwasser.
Die Reihe des Forums im Jahre 2012 will über wichtige Umbrüche in der Entwicklung von Leben und Lebensgrundlagen informieren und diese hinsichtlich von Risiken und Chancen vertieft analysieren. Für die Bewertung von Veränderungen wie auch für unser Handeln ist dabei nach Ansicht des Forums eine Vergewisserung bezüglich der ethischen und religiösen Grundlagen unabdingbar.
 Vorträge 2012

| Montag, 9. Januar 2012, 20:00 Uhr |
| Leben und Lebenskrisen - Der philosophische Hintersinn |
| Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Universität Konstanz |
| Zu den Presseberichten |
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| Montag, 13. Februar 2012, 20:00 Uhr |
| Sehnsucht nach Leben |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Margot Käßmann |
| Zu den Presseberichten |
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| Montag, 5. März 2012, 20:00 Uhr |
| Lebens- und Arbeitsräume 2020: Wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden |
| Prof. Dr. Jutta Rump |
| Zu den Presseberichten |
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| Montag, 7. Mai 2012, 20:00 Uhr |
| Was hält unsere Gesellschaft zusammen? |
| Dr. Heiner Geißler |
| Zu den Presseberichten |
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| Montag, 11. Juni 2012, 20:00 Uhr |
| Gesundheit gibt es nie genug. Biomedizinischer Fortschritt und Verantwortung |
| Prof. Dr. Regine Kollek |
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| Montag, 2. Juli 2012, 20:00 Uhr |
| Zivilisatorische Vielfalt und Wertekonflikte: Zwischen Globalisierung und Fragmentation |
| Prof. Dr. Bassam Tibi |
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| Montag, 3. September 2012, 20:00 Uhr |
| Energiewende - Chancen und Risiken der Umsteuerung |
| Prof. Dr. Matthias Kleiner |
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| Montag, 8. Oktober 2012, 20:00 Uhr |
| Klima und Leben - was erwartet uns? |
| Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger |
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| Montag, 12. November 2012, 20:00 Uhr |
| Wird Krebs heilbar? Perspektiven des medizinischen Fortschritts |
| Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen |
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| Montag, 3. Dezember 2012, 20:00 Uhr |
| In Krisen ändert sich unser Wirtschaftssystem. Wohin führt uns diese? |
| Prof. Dr. Dres. h. c. Bertram Schefold |
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