Königsteiner Forum

Deutsche Identitäten. Die Bundesrepublik und ihr Gesellschaftskonsens

05. Februar 2018 / 20.00 Uhr / Prof. Dr. Werner Abelshauser, Universität Bielefeld



Werner Abelshauser absolvierte 1966-70 Studium der Volkswirtschaft an der Universität Mannheim. 1973 Promotion an der Ruhr-Universität Bochum. 1980 Habilitation. Danach lehrte er als Professor für Wirtschafts-und Sozialgeschichte an der Universität Bochum, wo er von 1983 bis 1988 auch geschäftsführender Direktor des Instituts zur Erforschung der europäischen Arbeiterbewegung (IGA) war.Gastprofessuren in Bielefeld, Oxford, Göttingen, Florenz, Köln, St.Louisund Sydney. 1989-91 Lehrstuhl für Europäische Integration an der Europäischen Universität Florenz. Seit 2010 Forschungsprofessor für Historische Sozialwissenschaft an der Universität Bielefeld und Mitbegründer des interdisziplinären Bielefeld Institute for Global Society Studies. Mitherausgeber der Zeitschrift Geschichte und Gesellschaftsowie der Zeitschrift für Staats-und Europawissenschaften. Das Bundeswirtschaftsministerium berief zum 1. November 2011 eine unabhängige Geschichtskommission; Abelshauser ist eines der fünf berufenen Mitglieder dieser Kommission.


Deutsche Identitäten. Die Wachstumsmythen der Bundesrepublik Die Geschichte des „Wirtschaftswunders“ ist seit den siebziger Jahren gründlich erforscht. Die Ergebnisse werden freilich weder von den Medien noch von der Politik hinreichend zur Kenntnis genommen. Dies führt zu gefährlichen Fehleinschätzungen und teuren Umwegen. Der aktuellste Fall ist der „Marshallplan für/mit Afrika“. Aber auch die Währungsreform, die Soziale Marktwirtschaft und die Gründungserzählung der EU zählen zu den Mythen der alten Bundesrepublik–wie das „Wirtschaftswunder“ selbst. Sie versperren die Sicht auf die eigentlichen Stärken der deutschen Wirtschaft, die seit langem für den Eintritt in eine nachindustrielle Neue Wirtschaft verantwortlich sind.