Königsteiner Forum

Mehr als Werkzeuge?: Technikgeschichte der Digitalisierung bis hin zur maschinellen "Intelligenz"

03. Februar 2020 / 20.00 Uhr / Prof. Dr. Martina Heßler, Lehrstuhl für Technikgeschichte, Technische Universität Darmstadt

Zu Martina Heßler: 1997-99 Technische Universität Darmstadt im Bereich Gesellschafts- und Geisteswissenschaften/Forschungsstipendium am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz. 2000 Promotion. 2003-06 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. 2006 Habilitation. Danach lehrte sie bis 2009 Kultur- und Technikgeschichte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Ab 2010 Professorin für Neuere Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Seit Februar 2019 lehrt sie Technikgeschichte an der TU Darmstadt.

Was es bedeutet, Mensch zu sein, war durch technologische Entwicklungen stets herausgefordert. Derzeit provozieren Digitalisierung und Künstliche Intelligenzen erneut die Frage, inwieweit sich nicht nur menschliche Lebensbedingungen, sondern auch Selbstbestimmungen der Menschen, ihr Körper, ihr Denken verändern, bis hin zur Frage, ob wir uns in eine neue Gattung, den homo digitalis, verwandeln.
Der Vortrag argumentiert aus einer historischen Perspektive, dass mit der Etablierung von Maschinen, die „antworten“, Menschen in ein neues Verhältnis zu Maschinen treten. Mensch-Maschinen-Verhältnisse werden verwobener, Technik und Mensch zunehmend eine „Einheit“.
Mit einem Rückblick bis in die 1950er/1960er Jahre beschreibt der Vortrag an verschiedenen Beispielen (u.a. Schach, emotionale Maschinen), die bis zur Gegenwart reichen, eine Ambivalenz der Steigerung menschlicher Fähigkeiten und zunehmender Angewiesenheit auf Technik.
Der homo digitalis ist ein verbesserter und abhängiger Mensch, der mit Maschinen agiert, die weit aus mehr sind als Werkzeuge.